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Schladming vor 1870 (Foto: Stadtarchiv Schladming)

Eine der ältesten fotografischen Ortsansichten von Schladming


Diese historische Panoramaaufnahme aus dem Stadtarchiv zeigt den Markt Schladming vor 1870 und zählt zu den ältesten fotografischen Ortsansichten. Das aus zwei Teilbildern zusammengesetzte Foto eröffnet einen detailreichen Blick auf den Bereich des heutigen Hauptplatzes mit der charakteristischen Ost-West-Ausrichtung der Dächer sowie auf die geschlossene Bebauung innerhalb der ehemaligen Stadtmauer.

Die katholische Pfarrkirche Hl. Achatius und die neu errichtete evangelische Peter-und-Paul-Kirche im Vordergrund prägen das Panorama. Im linken Bildteil ist die heutige „Vorstadt“ zu erkennen, dahinter Wiesen und Felder, die nun längst verbaut sind. Holzlager an der Enns und im Bereich der „Kohlgrube“ verweisen auf die Bedeutung der Holzwirtschaft.

Die Datierung des Fotos lässt sich anhand historischer Ereignisse eingrenzen: Weder ist eine Eisenbahntrasse sichtbar – die Linie Selzthal–Bischofshofen wurde erst 1875 eröffnet – noch zeigen sich Spuren der großen Ortsbrände von 1870/71. Das spätere Schloss Coburg existiert noch nicht; in einer erweiterten Form des Bildes erkennt man das Anwesen vulgo „Kürschner“, das 1882 von Ludwig August von Sachsen-Coburg und Gotha erworben wurde.
Wer diese Aufnahme anfertigte, ist nicht eindeutig belegt; vieles spricht für Oberlehrer Johann Bruckner, der auch als Fotograf tätig war. Dieses Foto ist weit mehr als eine historische Ansicht – sie hält einen Moment der Ortsentwicklung fest und bewahrt ein Stadtbild, das in dieser Form längst der Vergangenheit angehört.

 

Stadtarchive sammeln Zeitdokumente, die interessante Einblicke in die Geschichte des jeweiligen Ortes geben.
In Zusammenarbeit mit Astrid Perner, der die Archivierung der Schätze in Schladming obliegt, präsentiert Ihnen das LBN-Magazin in dieser Ausgabe eine Rarität aus dem Archiv der Stadtgemeinde Schladming.