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Dr. Hans Stebbegg

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Eigentlich ist Liezens langjähriger Kinderarzt seit Ende Dezember im wohlverdienten Ruhestand, weil aber kein Nachfolger gefunden werden konnte, erklärte er sich zum einjährigen Rücktritt vom Pensionsantritt bereit. Seit 1. März ordiniert er wieder, in der Bezirkshauptstadt hat man so wichtige Zeit für die Sicherstellung der zukünftigen kinderärztlichen Versorgung gewonnen.

Dr. Hans Stebbegg FOTO: KARL

WOHIN: Was genau hat Sie zur Rückkehr in die Praxis bewogen?

Dr. Stebbegg: Der Hauptgrund ist sicher die nicht zustande gekommene Nachfolgelösung, die kaum mehr als nur Lippenbekenntnisse beinhaltete und mich so nicht zur Ruhe kommen ließ, und natürlich auch ein gewisser öffentlicher Druck. Gleichwohl war mir auch wichtig zu zeigen, dass dort, wo ein Wille ist, sich auch ein Weg weist.

Warum ist es so schwierig, einen Nachfolger für die Kinderarzt-Kassenstelle in Liezen zu finden?

Die Situation ist ja nicht ganz neu. Als ich mich 1993 um die Kassenstelle bewarb, war sie schon fast zwei Jahre vakant. Heute haben sich die Perspektiven für eventuelle Interessenten in vielfacher Hinsicht verschlechtert, die Menschen drängen in den großstädtischen Raum, ländliche Regionen bleiben immer öfter auf der Strecke.

In den letzten Jahrzehnten sind sehr viele Kinder und Jugendliche in Ihrer Praxis ein- und ausgegangen. Wissen Sie in etwa, wie viele junge Patienten es bislang waren?

Wir nähern uns an die Zwanzigtausend an. Wie viele noch dazukommen, steht in den Sternen.

Gibt es Patientengeschichten, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben sind?

Ein muslimischer Vater bat mich, einen Abszess in der Brustdrüse seines kleinen Sohnes zu spalten. Als ich zögerte, sagte er: „Allah wird schon helfen!“ Darauf ich: „Ja, wenn wir zu zweit sind, dann mach ich’s!“ Nach Abziehen des Betäubungspflasters entleerte sich der Abszess spontan.

Eine weitere Anekdote: Nachdem ich meine ergrauten Haare nicht mehr tönen ließ, hörte meine Frau einen Vierjährigen nach dem Verlassen des Untersuchungszimmers zu seiner Mutter sagen: „Gell, der Dr. Stebbegg ist auch ganz schön alt geworden.“

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