Zum Hauptinhalt springen
Foto: Netzwerk Kulinarik/wildbild.at
| Aus der Region

So schmeckt die Region: Ennstaler Erdäpfel – Markenzeichen mit Heimvorteil


Am Schwoagahof von Elisabeth und Robert Schweiger gehören Erdäpfel schon immer zum Hofleben. Den Hof gibt es seit rund 400 Jahren, das heutige Gebäude wurde nach einem Brand 1902 neu errichtet. Neben Landwirtschaft und Erdäpfeln gibt es auch „Urlaub am Bauernhof“. Und so gelangen die Ennstaler Erdäpfel mit den Gästen nicht selten bis nach Wien und Graz.

Robert Schweiger, Doris Gerl und Michael Gindl stehen hinter der Marke „Ennstaler Erdäpfel“Robert Schweiger, Doris Gerl und Michael Gindl stehen hinter der Marke „Ennstaler Erdäpfel“Die Geschichte begann lange bevor jemand an eine Marke dachte. Schon in den 1940er-Jahren wurden in Aigen Erdäpfel angebaut – damals hauptsächlich als Futter für Schweine. Nach dem Krieg wurde die Saatgutvermehrung wichtiger, der Saatbauverein Ennstal entstand. Über diesen Verein fanden drei Familien zusammen: Gindl, Gerl und Schweiger. In den 1990er-Jahren wurde die Marke „Ennstaler Erdäpfel“ aus der Taufe gehoben. Was früher mehr ein Hobby war, ist längst ein wichtiges Standbein geworden. Heute bewirtschaftet das Familien-Trio gemeinsam eine Anbaufläche von rund zehn Hektar. Verkauft wird direkt ab Hof, bei Spar, Eurogast und an Gastronomiebetriebe in der Region – abgepackt zu 2, 5, 10 oder 25 Kilogramm.

Sandiger Boden, guter Geschmack

„Unsere Erdäpfel san eher auf der sandigen Seiten“, sagt Robert Schweiger. Genau das sei das Geheimnis ihres guten Geschmacks. Der Boden in Aigen ist nicht lehmig, sondern geradezu ideal für den Erdäpfelanbau – wenn das Wetter mitspielt. „Heuer rechnen wir mit einer unterdurchschnittlichen Ernte“, sagt Schweiger. Auch der Erdäpfel hat inzwischen mit den Launen des Klimas zu kämpfen. „Ganz ohne Pflanzenschutz geht der Anbau heute nicht mehr“, sagt Robert Schweiger offen. Eingesetzt wird nicht mehr als nötig, das Ziel ist es schließlich, ein gesundes, hochwertiges Lebensmittel zu produzieren. Die landwirtschaftlichen Betriebe unterliegen dabei den vorgeschriebenen Kontrollen. Auch die Anforderungen des „AMA Genuss Region“-Siegels werden regelmäßig durch unabhängige Kontrollstellen überprüft. Für die Saatgutproduktion gelten darüber hinaus eigene jährliche Qualitätskontrollen. Im Sortiment ist für jeden Erdäpfelgeschmack etwas dabei: mehligkochende Sorten wie Sunita und Melody, speckige wie Belana und Ditta, dazu die rotschalige Laura sowie die rotfleischige Mulberry Beauty und Violet Star mit violettem Fleisch. Zugekauft wird nichts. „Wauns goar san, sans goar“, sagt Schweiger. Das ist vielleicht nicht die bequemste Geschäftsstrategie, aber die ehrlichste.

Miteinander verwurzelt

Geerntet wird je nach Sorte ab Ende August bis in den September hinein. Danach kommen die Erdäpfel in Großkisten, werden sortiert und im hofeigenen Keller eingelagert. Der wurde am Schwoagahof direkt aus dem Felsen gehauen und bietet ideale Bedingungen. Ganz ohne Klimaanlage halten sich die Knollen dort bis in den Mai oder Juni hinein. Beim Graben, Sortieren und Einlagern packen alle mit an – von der Urgroßmutter bis zum Enkerl. Ein guter Erdäpfel wächst zwar im Boden, aber eine Marke wie die „Ennstaler Erdäpfel“ ist vor allem durch die Familien gewachsen, die hier seit langer Zeit zusammenhalten.

Text: Christian König, Fotos: Netzwerk Kulinarik/wildbild.at, Ennstaler Erdäpfel