A Gaudi für alle: Fassdaubenrennen
Am 28. Februar wird beim traditionellen Fassdaubenrennen auf der Loserhütte wieder bewiesen, dass Wintersport auch ohne Hightech, Carbon und Weltcup-Zirkus funktioniert – dafür mit Holz, Riemen und einer ordentlichen Portion Gaudi.
Das Fassdaubenrennen ist so etwas wie die Urform des Skifahrens. Bevor Kanten geschliffen und Bindungen erfunden wurden, stand man auf Holz. Auf Fassdauben, um genau zu sein: gebogene Bretter aus alten Eichenholz-Weinfässern, oben ein Lederriemen, unten ein Hauch Wachs – mehr braucht es nicht, um den Hang hinunterzukommen. Oder zumindest, um es zu versuchen. Früher waren Fassdauben die Skier der einfachen Leute. Dort, wo Geld knapp und Winter lang war, nahm man, was da war. Heute nimmt man sie aus Liebe zur „Schräglage“ und für diese ganz besondere Art von Kontrollverlust, der entsteht, wenn man mit geschnürten Schuhen auf Holz den Berg hinunterrutscht.
Tradition auf der Loserhütte
Am 28. Februar treffen sich ab 14 Uhr hinter der Loserhütte Steirer und Oberösterreicher zum traditionellen Fassdaubenrennen, das dort seit fast 30 Jahren seinen Fixplatz im Winterkalender hat. Gefahren wird hinter der Hütte, am abgesperrten Hang mit ein paar Toren und einer kleinen Schanze am Ende – gerade genug, um das Rennen spektakulär und die Landung unvergesslich zu machen. „Der Bewerb ist ein Gaudiwettkampf: Es zählt ein Mittelwert, nicht die Bestzeit“, sagt Andreas Grabner vom Fassdaubenclub Goisern, der das Spektakel organisiert. Somit haben alle eine Chance auf die tollen regionalen Sachpreise – auch jene, die eher quer als in der Falllinie unterwegs sind. Livemusik spielt ab 13 Uhr, die Siegerehrung steigt ab 16 Uhr, dazwischen wird gefahren, gelacht und vermutlich auch gestürzt. Traditionell wird im Dirndl oder in der Lederhose gestartet. Wer Lust und Laune hat, bastelt sich also seine eigenen Dauben und ist dabei!