1.000-Meter-Tiefenvorstoß im Toten Gebirge

Großer Erfolg für den Verein für Höhlenkunde in Obersteir aus Bad Mitterndorf: Ende Februar drangen Andreas Glitzner, Christoph Peer und Robert Seebacher in einer insgesamt 91-stündigen Tour tief in die Wildbaderhöhle im Südostmassiv des Toten Gebirges vor.

Der Zustieg zum Abstieg erfolgte auf Tourenski. (Foto: Seebacher)

Die Tour musste im Winter durchgeführt werden, da das Tiefensystem der Höhle im Sommer stark wasserführend ist. Der sechs Kilometer lange Zustieg zum auf ca. 2.000 Meter Seehöhe gelegenen Einstieg erfolgte mittels Tourenski von der Tauplitzalm aus. Von dort stieg das Team über bis zu 153 Meter tiefe Schächte und Canyons bis zum ersten Biwak in knapp 400 Meter Tiefe ab. Am nächsten Tag ging es dann weiter über nasse Schächte und durch Engstellen bis zu einem großen Gang in 870 Meter Tiefe. Dort wurde ein weiteres Biwak eingerichtet.

(Foto: Seebacher)

Bereits im Herbst 2019 waren Heidrun André, Andreas Glitzner, Christoph Peer und Robert Seebacher bis zu einem Schachtabbruch in 916 Meter Tiefe gelangt, wo wegen Zeit- und Seilmangels dann aber umgekehrt werden musste. Mit 200 Meter zusätzlichem Seil konnte dieses Mal der Abstieg weiter fortgesetzt werden. Über mehrere bis zu 60 Meter tiefe Schachtstufen konnte exakt mit dem letzten Meter Seil ein blau schimmernder Höhlensee erreicht werden. Dieser Endsiphon befindet sich 1.082 Meter unter dem Einstieg.

 

 

Erkenntnisse

(Foto: Seebacher)

Der Vorstoß brachte interessante neue Erkenntnisse über die Geologie und Hydrologie des Toten Gebirges. So konnte etwa festgestellt werden, dass in diesem Gebiet ein relativ großflächiger Grundwasserspiegel in etwas mehr als 900 Meter Seehöhe vorhanden ist. Des Weiteren wurde belegt, dass sich der Dachsteinkalk mindestens von den Gipfeln in 2.200 Meter Seehöhe bis zum Endsiphon erstreckt und somit über 1,3 Kilometer dick ist. Durch die Vermessung der neuen Abschnitte erhöhte sich die Gesamtlänge des ausgedehnten Höhlensystems auf 12,3 Kilometer. ↖


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