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Steinerne Monumente – Teil IV

Die Osterinsel (rapanui Rapa Nui) ist eine zu Chile gehörende abgelegene vulkanische Insel in Polynesien. Berühmt ist diese wunderschöne Insel v. a. durch ihre zahlreichen archäologische Stätten und großen Steinstatuen. Die Osterinsel (rapanui Rapa Nui) ist eine zu Chile gehörende abgelegene vulkanische Insel in Polynesien. Berühmt ist diese wunderschöne Insel v. a. durch ihre zahlreichen archäologische Stätten und großen Steinstatuen. Foto: © jkraft5 – stock.adobe.com

Die Schaffenskraft der Menschen ist sehr groß. Zu jüngeren Monumenten ist die Geschichte oft gut bekannt. Viele Fragen zu sehr alten Monumenten sind bislang noch unbeantwortet.

Nicht nur in Südengland – Stichwort Stonehenge – finden sich uralte Steinanlagen, sondern auch andernorts, etwa in der französischen Bretagne. Man spricht hier von Steingehegen, seltene Formen der Steinsetzung. Nahe der Ortschaft Carnac an der Atlantikküste etwa sind mehr als 300 Menhire, auch als Hinkelsteine bekannt, zu Steinreihen gruppiert, außerdem finden sich hier Dolmen, die aus mehreren aufgestellten Tragsteinen und einem oder mehreren Deckblöcken bestehen. Sämtliche Blöcke bestehen aus dem Granitgestein, das hier an der Meeresküste aufgeschlossen ist. Oberflächlich zum Teil verwittert und mit Flechten überzogen, zeigen die älteren Steine Spuren sorgfältiger Bearbeitung, während die späteren kaum noch solche Spuren aufweisen. Wie diese Monumente errichtet wurden und zu welchem Zweck, ist unklar.

Reisen wir auf die andere Seite des Globus, auf die einsame Insel Rapa Nui, besser bekannt als Osterinsel, im Südpazifik. Deren kolossale Steinstatuen, die Bestandteil größerer Zeremonialanlagen sind, werden Moai genannt. Aus der polynesischen Kultur sind ähnliche Anlagen bekannt. Vermutlich stellen sie berühmte Häuptlinge und verehrte Ahnen dar, die als Bindeglieder zum Jenseits fungierten. Von den ursprünglich über 1.000 Statuen sind 638 katalogisiert. Fast alle Skulpturen sind aus dem vulkanischen Gestein der Insel und wurden liegend herausgearbeitet, wie ein angefangener Moai beweist. Scheinbar gibt es auch unterschiedliche Moai-Typen. Die größte zusammenhängende Anlage mit insgesamt 15 stehenden Moai, von denen der schwerste 86 Tonnen wiegt, ist Ahu Tongariki. Auch auf Rapa Nui gibt es noch viele offene Fragen.

Zurück in Europa landen wir in Anatolien. Der Göbleki Tepe, türkisch für „bauchiger Hügel“, ist ein prähistorischer Fundort und entstand durch wiederholte Besiedlung. Die archäologische Suche nach Antworten: ein Langzeitprojekt. Die bisherigen Erkenntnisse reichen in das 10. Jahrtausend vor Christi zurück, in dem kreisförmige Steinanlagen mit Pfeilern entstanden. Geophysikalische Untersuchungen verraten, dass über 200 weitere steinerne Pfeiler und etwa 20 Kreisanlagen noch im Verborgenen liegen und auf ihre Ausgrabung warten.

Steine lügen nicht, haben eine komplizierte Sprache und sind deshalb recht schwer zu befragen. Leichter wird’s mit einem Dolmetscher, der „Steinisch“ spricht.

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