ePrivacy and GPDR Cookie Consent by Cookie Consent
Menu
Sie sind hier:Start/Der Steindolmetscher erzählt/Steinerne Monumente – Teil II

Steinerne Monumente – Teil II

Bereits letzten Monat haben wir über beeindruckende Bauwerke aus Stein wie etwa die Pyramiden oder die Chinesische Mauer geschrieben. In dieser Ausgabe setzen wir unsere Reise durch die Jahrhunderte und ihre steinernen Monumente fort. Immer spielen Steine als Baumaterial oder Felsen als sichere Zufluchtsorte eine Rolle.

Die Ruinenstadt Machu Picchu in den peruanischen Anden. Die Ruinenstadt Machu Picchu in den peruanischen Anden. Foto: © David Ionut

In Griechenland nahe der Stadt Kalambaka befinden sich die sogenannten schwebenden Klöster von Metéora. Der Name leitet sich vom griechischen Wort „meteorizo“ ab, was so viel wie „in den Himmel heben“ bedeutet. Natürlich schweben die Gebäude nicht wirklich. Sie wurden teilweise auf so hohen, schmalen Felsen und so nahe an den Felskanten erbaut, dass es besonders bei dunstiger Luft so wirkt, als würden sie tatsächlich schweben. Die allerersten Bauten stammen vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Früher waren die Klöster nur über Seilzüge und Strickleitern erreichbar. Insgesamt gibt es 24 Gebäude, von denen heute noch sechs bewohnt sind. Die restlichen Klosterbauten sind jedoch einsturzgefährdet oder nur mehr sehr schwer zu erreichen und daher heute verlassen.

Ein großes Rätsel ist bis heute die Ruinenstadt Machu Picchu in den peruanischen Anden. In einer extremen Höhe von 2.400 Metern wurde diese vor etwa 600 Jahren vom Volk der Inka erbaut und beherbergte bis zu 1.000 Menschen. Die Stadt wurde auf mehreren Terrassen angelegt, die über Treppen miteinander verbunden waren. Faszinierend, dass die Inka diese Bauwerke ohne Metallwerkzeuge und ohne Wägen für den Transport der Bausteine errichtet haben. Warum die Menschen die Stadt so hoch oben erbaut haben, ist heute noch ein Rätsel.

Nicht nur aus Ägypten kennen wir steinerne Pyramiden, auch aus Südamerika. In der Ruinenstadt Chichén Itzá auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán ragt eine große, weitestgehend erhaltene Stufenpyramide heraus. Rund um die Pyramide finden sich Häuserruinen – eine 1.500 Hektar große Stadt, die einst eine wichtige überregionale Rolle gespielt haben muss. Ungezählte Steine wurden hier vom Volk der Maya bewegt, viele unterschiedliche Baustile lassen sich erkennen. Jahrhunderte lang hielten Pyramide und Stadt überwachsen vom Regenwald einen Dornröschenschlaf, bevor sie entdeckt wurden. Heute steht diese archäologische Stätte auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO und unter besonderem Schutz.

Steine lügen nicht, haben eine komplizierte Sprache und sind deshalb recht schwer zu befragen. Leichter wird’s mit einem Dolmetscher, der „Steinisch“ spricht.

Mag. Wolfgang Riedl

Dolmetscher für Geologie
8913 Weng im Gesäuse 92

https://www.steinundzeit.at

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

×