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Ein karges Bergbauernleben – Teil II

  • Geschätzte Lesezeit: 1 - 2 Minuten

Anna Gasteiner ist zwar mittlerweile seit vielen Jahren in Gaishorn beheimatet, geboren wurde sie jedoch 1931 am Willspergerhof in Pürgg. In unserer letzten Ausgabe hat sie von ihrer Kindheit auf dem kleinen Bergbauernhof berichtet, dieses Mal erzählt sie von den harten Nachkriegsjahren.

Ein karges Bergbauernleben – Teil II Foto: Copula – stock.adobe.com

„Man schrieb das Jahr 1945. Der Krieg war Gott sei Dank zu Ende, doch die Nachkriegszeit war für uns alle fast noch ärger. Man bekam kaum etwas zu kaufen. Die Not sprach aus allen Ecken und Enden“, erinnert sich die damals 14-Jährige zurück. Auch die vielen durchziehenden hungrigen Heimkehrer, denen ihre Mutter meist nur sehr wenig, etwa ein paar Erdäpfel, geben konnte, seien ihr im Gedächtnis geblieben.

Schon als Kind habe sie die Sommerferien immer auf der Alm verbracht, erzählt Gasteiner, und im Alter von 15 Jahren wurde sie Sennerin. 1946 habe ihr Vater in der Gnanitz, drei Gehstunden von Tauplitz aus, ein Almrecht vom Thomahof gepachtet. „Als Pachtzins wurde ausgemacht, auf zehn Pferde und 18 Stück Jungvieh zu schauen, das hieß, sie bis zum Almabtrieb zu betreuen. Dazu kamen dann von unserem Betrieb acht Kühe, einige Kälber und drei Schweine.“

„Es gab genug Arbeit mit Butter-, Käse- und Schottenmachen, auch Gleckschneiden (Anm.: Futter schneiden an schwer zugänglichen, für das Vieh nicht erreichbaren Stellen) musste ich gehen. Es war dies mein erster Almsommer und ich habe die aufgetragene Arbeit zur vollsten Zufriedenheit aller geschafft“, berichtet die gebürtige Pürggerin stolz. Im Jahr darauf sei sie dann auf die Leistenalm bei Stainach gekommen, wo sie insgesamt neun Sommer als Sennerin verbracht habe.

 

LBN-WOHIN
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