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Der Lehrer Fuchs

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Der in Wörschachwald geborene und aufgewachsene Liezener Stefan Berger, Jahrgang 1935, erinnert sich dieses Mal an seine Volksschulzeit zurück.

Der Lehrer Fuchs Foto: Copula – stock.adobe.com

Im Gegensatz zu heute gab es früher in Wörschachwald eine Volksschule, an der vor rund 80 Jahren ein gewisser Karl Fuchs Oberlehrer war. Für viele seiner Mitschüler, erzählt Berger, sei dieser ein „überaus guter und fähiger Mann“ gewesen, aber nicht für ihn. „Für mich war er ein blöder Hund!“, so der heute 86-Jährige. Dass er sich beim Lernen schwergetan habe, daran seien zum Teil seine Eltern schuld gewesen, aber auch oder noch viel mehr „der gute Herr Fuchs“.

Einmal, erinnert sich Berger zurück, habe er etwa seine Aufgabe nicht gemacht und nur eine leere Schiefertafel vorweisen können. Daraufhin habe ihm der Lehrer die „Tafel auf den Kopf geknallt, sodass die Scherben durch die Luft geflogen sind und der Holzrahmen um meinen Hals gehangen ist.“ Die ganze Klasse habe gelacht und er sei wieder einmal „der Trottel des ganzen Tals“ gewesen. Aufgrund vieler ähnlicher Vorfälle habe er einen regelrechten Hass auf seinen Lehrer entwickelt und das Lernen beinahe vollständig verweigert.

1944 verstarb der Lehrer Fuchs, auf ihn folgten Lehrerinnen, wirklich besser wurde es für den jungen Wörschachwalder aber erst im letzten Schuljahr, als wieder ein Lehrer kam, „nämlich der Willi Zeiringer, Gastwirtsohn aus Stainach“. Dieser, berichtet Berger, habe ihn „behandelt wie jeden anderen auch, er war immer nett zu mir und er hat mich sogar gelobt“. Außerdem habe er ihm Nachhilfe gegeben. Er sei ihm dafür „unendlich dankbar“, denn er habe ihn davor bewahrt, für immer ein „blöder Hund“ zu sein!

 

 

Von historisch bis sagenhaft reicht das Spektrum jener Erzählungen aus der Gemeinde. Stainach-Pürgg, die uns Hermann Harreiter übermittelt hat. In dieser Kolumne veröffentlichen wir diese interessanten Geschichten, die in voller Länge im regionalen Online-Nachschlageportal EnnstalWiki einsehbar sind.

LBN-WOHIN
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