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Foto: Photocreo Bednarek - stock.adobe.com
| Aus der Region

Starlink als Alternative zu Glasfaser?


Der „Datenhunger” in Österreichs Haushalten hat sich durch Smart Home, Internet-TV in Ultra-HD, Homeoffice, Gaming, Streaming und andere Online-Einrichtungen in den letzten 10 Jahren
verzehnfacht, von ca. 30 GB auf 250-350 GB pro Monat. Es ist anzunehmen, dass die Kurve weiter steil bergauf geht. Beispielsweise verbraucht Netflix in Ultra-HD bis zu 7 GB pro Stunde.

Glasfaser Ardning SabineSchmidTiefbauarbeiten an der Glasfaser-Infrastruktur des Bezirks Liezen sind in zahlreichen Orten – wie hier in Ardning – großteils abgeschlossen. (Foto: Sabine Schmid)Glasfaseranschlüsse sind die optimale Lösung und die Verlegung kann man als Infrastrukturmaßnahme betrachten. Es gibt derzeit keine bessere Lösung“, erklärt der Geschäftsführer von Ennstal [IT], Christian Pichler. Der Ausbau des Glasfasernetzes im Bezirk Liezen durch die RML Infrastruktur ist zwar im Gange, „humpelt“ aber durch bauliche Verzögerungen den zeitlichen Vorgaben hinterher. In Gröbming wurden die ersten Anschlüsse abgewickelt, in Liezen steht man erst am Anfang. Ziel der RML Infrastruktur GmbH ist es, rund 90 Prozent der Haushalte und Liegenschaften im Bezirk (in 29 beteiligten Gemeinden) mit Glasfaser zu versorgen. Insgesamt sollen ca. 1.600 Kilometer Trasse verlegt werden. Der Anschluss bis zur Grundgrenze ist kostenlos, alles andere muss selbst bezahlt werden, hier liegen die Kosten bei 500 bis 1.500 Euro; die monatlichen Gebühren bei ca. 35 Euro.

Welche Alternativen hat man nun, wenn man außerhalb des Glasfasernetzes liegt oder der Anschluss schlicht zu teuer ist?
Die klassischen Kupferleitungen sind derzeit noch weitverbreitet und unverzichtbar, jedoch ein Auslaufmodell. Somit bleiben mobile Anschlüsse über Funkmasten und Satelliteninternet längerfristig die einzige Option. Beides erspart möglicherweise aufwendige Grabungsarbeiten bei Privathäusern und Objekten in exponierten Lagen, haben aber auch Nachteile.

Internet per Funk bietet zwar hohe Flexibilität, bringt aber im Vergleich zu Glasfaser einige deutliche Nachteile mit sich. Funk ist ein geteiltes Medium: Das bedeutet, dass Sie sich die verfügbare Kapazität einer Funkzelle mit allen anderen aktiven Nutzern in ihrer Umgebung teilen. In Stoßzeiten kann die Geschwindigkeit daher massiv einbrechen. Auch starker Regen oder Schnee können die Signalqualität und damit die Stabilität der Verbindung beeinträchtigen.

Ein weltumspannendes Netzwerk mit derzeit etwas mehr als 10.000 Satelliten stellt Starlink zur Verfügung, ein Unternehmen von Elon Musks SpaceX. Bekannt wurde das System in Österreich bei vielen erst durch Meldungen vom Ukraine-Krieg, wo tausende Satellitenantennen, man spricht von ca. 50.000, die Kriegsgebiete mit Internet versorgen. Ebenso viele Antennen sollen es im Iran sein.
Das System kann problemlos online bestellt werden, die Hardware kostet um 300 Euro, die monatlichen Kosten liegen bei ca. 30 Euro. Nötig ist freie Sicht in den Orbit, am Boden braucht es eine kleine Satellitenschüssel, WLAN-Router, Kabel und Ständer. Damit sind Downloadgeschwindigkeiten von 80 bis 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich.

IT-Experten neigen jedoch zur Vorsicht. Harald Haring von Haring Kommunikation aus Pürgg/Trautenfels: „Es gibt praktisch keinen Support. Da stehen keine Menschen dahinter, an die man sich wenden kann, wenn ein Problem auftaucht. Man weiß ja nie genau, was Musk vorhat, das ist eine Unsicherheit. Starlink macht Sinn bei exponierten Lagen wie Jagdhütten oder Almen, wo nichts anderes möglich ist.“
Ähnlicher Ansicht ist auch Christian Pichler (Ennstal [IT]): „Wir haben Starlink natürlich im Angebot, es bietet spannende Möglichkeiten, wo andere Leitungen fehlen. Weil der Support direkt vom Anbieter kaum vorhanden ist, übernehmen wir diesen Service für unsere Kunden, sind als Ansprechpartner vor Ort da und sorgen für einen verlässlichen Ablauf.“ ◻
Text: Hartwig Strobl