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Bad Mitterndorf liegt malerisch eingebettet zwischen dem mächtigen Grimming und den Ausläufern des Toten Gebirges. Die Marktgemeinde zählt seit der Gemeindefusion im Jahr 2015 zu den größeren Gemeinden im Bezirk Liezen und verbindet als traditionsreicher Kurort Natur, Tourismus und hohe Lebensqualität. (Foto: TVB Ausseerland Salzkammergut/Tornow)
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Herbert Hansmann: Der Bürgermeister von Bad Mitterndorf im Interview


Seit Mitte April des Vorjahres sitzt mit Herbert Hansmann ein ÖVP-Mann auf dem Bürgermeistersessel in Bad Mitterndorf. Für Ortspolitiker bietet der Kurort im Ausseerland kein entspanntes Dasein, Hansmann ist der vierte Bürgermeister seit 2015. Wir baten den 42-jährigen Politiker und Unternehmer zum LBN-Interview.

Herbert Hansmann1Foto: ÖVP LBN: Vier Bürgermeister in elf Jahren, was läuft in Bad Mitterndorf anders?
Herbert Hansmann (lacht): Meine drei Vorgänger sind ja alle aus der Liste Ritzinger gekommen. Vielleicht hängt es auch, sarkastisch betrachtet, damit zusammen, dass man als Bürgermeister ja doch auch arbeiten muss.

Das klingt recht salopp, Sie sind aber schon gekommen, um länger zu bleiben?
Das hab’ ich schon vor. Das Amt ist für eine Gemeinde in dieser Größenordnung eigentlich ein Vollzeitjob, daher habe ich auch meine Tätigkeit als Geschäftsführer des Heizwerkes in Bad Mitterndorf mit 1. Jänner 2026 zurückgelegt. Ich bin zwar noch nebenbei unternehmerisch tätig, da ich am Ball bleiben möchte, und es gibt ja auch ein Leben nach der Politik. Man braucht ein Ausstiegsszenario, aber wenn man das Amt g’scheit macht, nimmt es Zeit in Anspruch.

Bad Mitterndorf ist flächenmäßig nach der Fusion sehr groß. Eine Belastung?
Wir haben 5.000 Einwohner, haben eine Fläche von 196 km2 und 180 Straßenkilometer zu betreuen. Der Aufwand ist hoch, es ist knapp, aber es geht sich finanziell bei einem Budget von ca. 18,5 Millionen Euro aus. Wir sind keine Abgangsgemeinde und haben mit den Firmen Kneitz und AKE sowie starken Kleinbetrieben im Dienstleistungsbereich neben dem Tourismus mit der Tauplitzalm und der Therme Aldiana eine starke wirtschaftliche Achse. Wir sind glücklicherweise breit aufgestellt, haben einen guten Mix.

Der Tourismus ist laut Nächtigungszahlen, die bei ca. 480.000 im Jahr liegen, recht stabil. Der Langlauf im Talboden ist aber ein wichtiger Faktor. Welche Strategie verfolgt man angesichts der schneeärmeren Winter?
Wir diskutieren die Beschneiung der Loipen seit vielen Jahren, es wurde jedoch nie in Angriff genommen. Jetzt ist Handlungsbedarf gegeben und wir werden im Bereich der Therme in die Heilbrunn-Loipe ca. 2,5 Millionen Euro in Schneesicherheit investieren und haben auch schon eine Gerätschaft dafür bestellt. Von dort weg soll die Loipe dann schneesicher erweiterbar sein. Der Langlauf ist für uns essenziell und alles auf die Tauplitzalm zu verlagern, geht nicht. Dafür stehen zu wenig Parkflächen zur Verfügung und das lässt sich auch nicht erweitern. Eine etwas schwierige Situation.
Mit dem Skisport auf der Alm sind wir sehr zufrieden, hier haben sich die hohen Investitionen seitens der Betreiber gelohnt. Es wird eine Pistenerweiterung geben, und zwar von der Bergstation Lawinenstein zum Mittersteinlift. Die Wasserversorgung wird diesbezüglich gerade angepasst und gebaut.

Mit der Entwicklung des Sommertourismus ist man zufrieden?
Der Tourismus ist gut, aber wir müssen schon etwas tun. Die Gäste nächtigen gerne bei uns, da wir zentral zu den Ausflugszielen in den umliegenden Regionen wie Mautern, Salzbergwerk, Hallstatt oder Schladming/Ramsau liegen. Die Gäste fahren tagsüber weg. Wir brauchen mehr Erlebnisangebote im Ort. Das Radangebot zu erweitern ist ein Thema, ein paar Actionprogramme wie eine Zipline oder Ähnliches schweben uns vor. Die Schanze bietet trotz der exponierten Lage auch Potenzial, heuer haben wir mit Nena und Edmund ja auch zwei größere Konzertveranstaltungen.
Zufrieden bin ich mit der touristischen Nutzung des Stausees. Klein, fein, gemütlich ist hier die Devise mit Tretbootverleih, Fischen und ein wenig Gastronomie. Der Kraftwerksbau berührt uns nicht, liegt im Bereich der Gemeinde St. Martin, aber die Sanierung der Straße ist sehr wohl ein Thema.

Die Regierung plant Einsparungen im Bereich der Kuraufenthalte. Inwieweit würde das die Gemeinde treffen, da man mit dem Kur- und Gesundheitsresort einen wichtigen Betrieb im Ort hat?
Ich habe seitens des Betreibers OptimaMed noch keinerlei Informationen erhalten und bekomme die Diskussion auch nur über die Medien mit. Man hat in den Standort vor einigen Jahren mehrere Millionen investiert, aber wie gesagt, konkret kann ich dazu nichts sagen.

Parken in Bad Mitterndorf ist derzeit noch kostenfrei, wie lange noch?
Parkgebühren werden noch heuer eingeführt. Über die Höhe wird derzeit diskutiert. Fakt ist aber, dass die Instandhaltung der Parkplätze teuer ist und dies auf Dauer nicht kostenlos seitens der Gemeinde getragen werden kann.
Auch stehen höhere Investitionen an, wie beispielsweise ein neuer Ressourcenpark. Hier haben wir den Grund bereits gekauft. Weiters die Primärversorgungseinheit, ein Wunschprojekt, das aus einem Bürgerbeteiligungsprozess heraus entstand. Das Gesundheitszentrum inklusive Wohneinheiten wird Ende des Jahres begonnen und 2028 fertiggestellt sein. Das Objekt wird von der Siedlungsgenossenschaft Ennstal umgesetzt.

Abschließend, was ist Ihr persönliches Resümee nach gut einem Jahr.
Ein wenig stolz bin ich drauf, dass wir bei allen Projekten überparteilich gemeinsame Lösungen gefunden haben. Über viele Jahre davor wurde über die Diskussion hinaus richtig gestritten. Die Gehässigkeiten gibt’s nicht mehr, wir können nach den Sitzungen gemütlich beinand sitzen. ◻