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Bild: Giorgos Karagiannis - stock.adobe.com
| Aus der Region

Von Lautenklang und Liebesleid


Es gibt Klänge, die Jahrhunderte überdauert haben und bis heute direkt ins Herz treffen. Wer das einmal erleben möchte, hat Ende August in Admont eine ganz besondere Gelegenheit: Von 26. bis 30. August findet bereits zum zwölften Mal der Admonter Lautenherbst statt – ein außergewöhnliches Fest für Lauten, Gamben und Gesang im einzigartigen Ambiente des Stiftes Admont.

LautenherbstDagmarAus ihrer Leidenschaft zu Alter Musik stürzte sich die Lautenspielerin Dagmar Fischer-Riedel aus Admont 2013 in ein Projekt, das sich längst zu einer festen Größe in der Kulturszene entwickelt hat. Die Musikerin, die vor 30 Jahren die klassische Gitarre gegen historische Lauteninstrumente eingetauscht hat, verfolgt seit Jahren eine klare Vision: Alte Musik nicht nur einem kleinen Fachpublikum zugänglich zu machen, sondern sie für die ganze Region erlebbar zu machen. „Stimme und Laute gehören untrennbar zusammen. Die Lautenmusik erzeugt in uns eine ganz eigene Schwingung“, sagt Fischer-Riedel. Ihre Begeisterung für Renaissance- und Barockmusik ist bis heute ungebrochen. Mit viel Leidenschaft und Engagement gelingt es ihr Jahr für Jahr, einige der besten internationalen Dozenten für Alte Musik nach Admont zu holen. Ursprünglich, wie sie selbst schmunzelnd erzählt, aus einem ganz praktischen Grund: Statt den großen Meistern Europas hinterherzureisen, wollte sie diese einfach nach Admont einladen.

Im Zauber vergangener Klänge

Für den Lautenherbst reisen Teilnehmer aus ganz Europa in die Marktgemeinde. Selbst Gäste aus Korea, Japan oder China haben den Weg ins Gesäuse schon gefunden. Anfänger und Profis lernen hier gemeinsam unter dem Motto: „Die Besten hören und von den Besten lernen.“ Im Mittelpunkt stehen Kurse, Workshops, Einzelcoachings und gemeinsames Musizieren in Ensembles. Die historischen Räumlichkeiten des Stiftsgymnasiums, die Amanduskirche, die Stiftskirche und der Festsaal bieten dafür den stimmungsvollen Rahmen.
Das diesjährige Kursthema lautet „John Dowland auf Reisen“. Anlass ist der 400. Todestag des berühmten englischen Lautenisten und Komponisten, dessen Werke bis heute Menschen auf der ganzen Welt berühren. Dowland wirkte unter anderem am dänischen Königshof und zur Zeit von Königin Elisabeth I. Die zu Shakespeares Zeiten so beliebte Melancholie spiegelt sich in vielen seiner Kompositionen wider. Sein Lied „Come Again“ ist noch heute ein echter Gassenhauer.

Seltene Gelegenheit für Musikliebhaber

Besonders erfreulich für alle Interessierten: Die Konzerte sind gegen freiwillige Spenden zugänglich. Fischer-Riedel liegt das besonders am Herzen. „Mir ist lieber, die Kirche ist voll und es kann sich jeder ein Bild von dieser gefühlsintensiven Musik machen.“ Den Auftakt bildet am Mittwoch, dem 26. August, um 19 Uhr das Eröffnungskonzert in der Amanduskirche mit Sopranistin Maria Ladurner, Lautenist Julian Behr und Gambistin Silvia Tecardi. Am Sonntag, dem 30. August, um 11.30 Uhr findet das traditionelle Abschlusskonzert in der Stiftskirche statt, bei dem alle Teilnehmer gemeinsam mit ihren Dozenten das Erarbeitete präsentieren. Wer die sanften Klänge der Laute noch nie gehört hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Abschlusskonzert Lautenherbst

Fotos: Lautenherbst Admont